Wahnsinnig Bayrisch
Woher kommt das „Mia san mia“ – und wer gehört eigentlich dazu?
Woher kommen die Bilder, die wir mit Bayern verbinden? Vom stolzen „Mia san mia“ über Tracht und Barock bis zum König im Märchenschloss? Sie sind nicht einfach vom Himmel gefallen. Sie wurden erzählt, inszeniert, politisch genutzt und über Generationen weitergetragen. Die geplante Sonderausstellung**„Wahnsinnig Bayrisch“** nimmt diese Klischees unter die Lupe – mit Humor, historischem Blick und einer gesunden Skepsis gegenüber allem, was sich als ur-bayrisch ausgibt.
Dabei führt ein besonderer Weg durch die Geschichte: zu den Wittelsbachern, ihrer langen Herrschaft und ihren sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie man Macht, Stil und sich selbst auslebt. Ihre Geschichte zeigt zugleich, wie wenig abgeschlossen Bayern je war. Herrschaft, Handel, Kunst, Religion und Migration verbanden das Land mit Europa und der Welt. Hinter dem Bild vom einheitlichen, selbstbewussten Volksstamm stehen unterschiedliche Regionen, Sprachen, Konfessionen, Lebensgeschichten und Einflüsse. Das „Mia“ war immer bunter und internationaler, als die Formel vermuten lässt.
Zwischen dynastischem Kalkül und königlicher Selbstinszenierung, politischer Verantwortung und persönlichen Leidenschaften begegnen uns Herrscherpersönlichkeiten, die nicht immer in die vernünftige Ordnung ihrer Zeit passen wollten. Manche bauten sich Traumwelten, andere pflegten ihre Marotten – und fast alle wussten, dass eine gute Geschichte zur Macht dazugehört.
„Wahnsinn“ ist dabei keine Diagnose, sondern eine Frage der Perspektive: Wer gilt als exzentrisch – und wer als visionär? Wann wird aus einer persönlichen Eigenheit ein Mythos? Und wie werden aus Herrscherhäusern, Landschaften, Bräuchen und großen Auftritten jene Bilder, in denen sich ein ganzes Land wiedererkennt?
Historische Objekte, überraschende Zusammenhänge und zeitgemäße Vermittlungsformen führen durch eine Geschichte zwischen Selbstbehauptung und Selbstironie. Von der höfischen Bühne bis zum modernen Klischee zeigt die Ausstellung, wie eng in Bayern Macht, Mythos und ein gewisser Hang zum Skurrilen miteinander verbunden sind. Dabei geht es nicht darum, Bayern seine Eigenheiten wegzunehmen. Es geht darum, genauer hinzusehen, wo sie herkommen, wem sie nützen – und was sie über diejenigen verraten, die sie erzählen.
„Wahnsinnig Bayrisch“ – eine Ausstellung für alle, die Bayern kennen, lieben, belächeln oder sich gelegentlich fragen, ob das jetzt schon wieder typisch ist.
Weitere Informationen zur Ausstellung folgen.